Energiewende –aber richtig!

Die Freien Sander Bürger informierten sich, über den Stand der Energiewende.

„Die Energiewende nur am Atomausstieg und am Strompreis fest zu machen, ist zu kurz gegriffen“ das betonten bei einem Informationsabend in Unterschleichach am 25.06.2013 der Freie-Wähler-MdL Hans-Jürgen Fahn und der Fraktions-Referent für Energie- und Umweltfragen Gottfried Obermair. Die beiden Fachleute aus München sowie Landratskandidatin Birgit Bayer machten, in einem von beeindruckender Sachlichkeit geprägten Vortrag, deutlich, wie die Freien Wähler die Energiewende umsetzen wollen: orientiert am Machbaren, dezentral – aber vor allem mit einem klaren Plan. Diesen Masterplan habe bisher weder die Staats- noch die Bundesregierung, kritisierte MdL Hans-Jürgen Fahn. So verteilen sich die bürokratischen Zuständigkeiten in Bayern derzeit auf ganze drei Ministerien. Statt dem Bürger eine klare Richtung vorzugeben, sorge die Staatsregierung ständig für Verunsicherung, wie durch die Nachricht des Ministerpräsidenten Horst Seehofers die Leistung der 29 Jahre alten Siedewasserreaktoren in Deutschlands größtem Kernkraftwerk Gundremmingen um jeweils ca. 20 Megawatt hochzufahren, obwohl gleichaltrige, als veraltet geltende Anlagen in Deutschland eigentlich bereits abgeschaltet sind. Dr. Fahn sprach sich dafür aus, die Energiewende in enger Diskussion mit den Bürgern zu gestalten. Die Akzeptanz sei groß und es gebe schon 151 Bürger-Energiegenossenschaften in Bayern.

Seit 2010, also schon vor Fukushima, habe sich die FW-Landtagsfraktion intensiv mit dem regionalen Ausbau Erneuerbarer Energien befasst, so Gottfried Obermair. „Zwei Dinge sind dabei grundsätzlich: die Energiewende ist notwendig und sie wird sichtbar sein“, warnte er vor Illusionen. Wer glaubt, dass mit der Abschaltung eines Kernkraftwerkes jede Gefahr gebannt wäre irrt gewaltig. Obermair legte offen, welcher Aufwand nötig ist, um Atommüll zu lagern und bereits abgeschalteten Kraftwerke und deren Inhalte zu sichern. „Wenn diese Kosten auf den Strompreis umgelegt würden, wäre die EEG-Umlage kein Thema mehr“, so Obermair. Auch habe der Staat selbst zur Erhöhung der EEG-Umlage beigetragen, etwa indem er die Grenze für das Industrieprivileg von zehn auf eine Gigawattstunde Verbrauch heruntersetzte. H. Obermair unterstütze die Forderung nach einem Masterplan für die Bayerische wie die bundesweite Energiewende, der dynamisch angepasst werden kann. Wichtig für das Gelingen sei aber Planungssicherheit. Er wies darauf hin, dass die Politik zwar in der Lage sein könne die richtigen Rahmenbedingungen für einen Wechsel von fossilen Brenn- und Kernbrennstoffen auf erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Geothermie, Wind- und Sonnenenergie zu schaffen und somit Ihren Teil zur Energiewende beitragen könnte, aber ganz allein könne es die Politik aber nicht richten. Da ein wesentlicher Anteil der Energiewende in der Reduzierung des Stromverbrauchs, also der Einsparung und Energieeffizienz bestehe, ist auch jeder einzelne Bürger gefragt. So könnte bereits durch kleine Verhaltensänderungen und ohne Verlust an Lebensqualität viel Energie eingespart werden. Er forderte deshalb ein größeres Augenmerk auf Energie-Effizienz und –Einsparung zu legen. Er ist überzeugt, dass sich, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen würde, etwa für die Forschung, in Sachen Speichertechnologie und intelligente Netze in den nächsten Jahren, sich viel tun werde. „Denken Sie mal an die Entwicklung in Sachen Telefon. Ich setze da ganz auf die Innovationskraft deutscher Ingenieurskunst“. Klar verschlafen worden sei die Forschung nach Alternativpflanzen zum Mais für die Biomasse-Anlagen. Da gebe es großen Nachholbedarf.

Schlichtweg falsch sei die Privatisierung der Stromnetze gewesen. Obermair machte klar: Wer gegen Windkrafträder in Bayern ist, der fordert gleichzeitig Höchstspannungstrassen und Offshore-Windkraft in der Nord- und Ostsee“. So ist ein Offshore-Windrad wesentlich teurer als eines an Land und die benötigte Stromtrasse koste je Kilometer rund eine Million Euro. „Und ob das landschaftsverträglicher ist als Windräder vor Ort, müssen Sie selbst entscheiden. In die Erde können sie Höchstspannung jedenfalls nicht verlegen, das ginge nur mit regionalen Netzen“. Von den fehlenden lokalen Rahmenbedingungen sieht sich auch Birgit Bayer als Aufsichtsratsmitglied der GUT (Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte) ein Stück weit gebremst. Da der Regionalplan noch nicht abgeschlossen ist, ist die Windkraft erst einmal blockiert. Sie berichtete, dass ein Energienutzungsplan für alle Kommunen des Landkreises, der Einsparpotentiale untersucht in Auftrag gegeben wurde und dass sich der Landkreis als Modellregion für Erneuerbare Energien beworben hat, um weitere Unterstützung zu erhalten. Auf jeden Fall seien alle in der GUT bemüht, eine regionale Energieversorgung aufzubauen, von der die Bürger profitieren – indem sie sich an den Projekten finanziell beteiligen und durch einen stabilen Strompreis, der vor Ort und nicht von Ölmultis oder Gasoligarchen gemacht wird. Abschließend stellte Gerald Pittner fest, dass es „viel wichtigere Gründe als den Atomausstieg für die Energiewende gibt, die aber gar nicht diskutiert werden“. Die Vertreter der Freien Sander Bürger waren von dem Informationsabend, insbesondere von dem Referenten für Umwelt und Energie der Landtagsfraktion der FW – Bayern , Herrn Gottfreid Obermaier, sehr begeistert und konnten viele Anregungen auch für den Einzelnen mit nach Hause nehmen.

1.Vorsitzender der FSB: Jörg Kümmel Pressewart: Heinrich Schmitt




Dezentral, bürgernah und bürgerfreundlich wollen die Freien Wähler ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Die Konzepte stellten in Unterschleichach vor: MdL Hans-Jürgen Fahn, der Energie-Referent der FW-Landtagsfraktion Gottfried Obermair, die Landratskandidatin Birgit Bayer, Landtagskandidat Gerald Pittner und die Bundestagskandidatin Christine Wehe.