{"id":234,"date":"2021-12-19T15:12:11","date_gmt":"2021-12-19T15:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/freie-sander-buerger.de\/?p=234"},"modified":"2021-12-19T15:12:12","modified_gmt":"2021-12-19T15:12:12","slug":"sand-war-schon-im-mittelalter-bedeutend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freie-sander-buerger.de\/?p=234","title":{"rendered":"Sand war schon im Mittelalter bedeutend"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 07.11.2021 luden die Freien Sander B\u00fcrger zu einem Spaziergang am Altmain ein. Es traf sich eine wetterfeste Gruppe aus Jung und Alt, nicht nur aus FSB-Mitgliedern. Angesichts der Bodenverh\u00e4ltnisse entschied man sich zu einer Tour\u00e4nderung, die mit dem Heimatforscher Mark Werner unter dem Motto &#8222;Sand im Hochmittelalter&#8220; durchs Dorf f\u00fchrte. Schon beim Start bei den Kleing\u00e4rten staunten einige, weil der Main im Hochmittelalter, also vor \u00fcber 700 Jahren, noch \u00f6stlich an Sand vorbei floss. Wo wir gerne Weinfeste am Altmain feiern (w\u00fcrden), gab es damals dort G\u00e4rten oder vielleicht sogar Geh\u00f6fte. Erst Extremhochwasser, vielleicht sogar die Magdalenenflut 1342, trennten das Dorf in zwei Ortsteile. Was wir schlie\u00dflich heute \u201eW\u00f6rth\u201c nennen, hie\u00df im Mittelalter &#8222;Sand am Werth&#8220; und k\u00f6nnte durchaus zum \u00e4ltesten Teil unseres Dorfes z\u00e4hlen. Denn, was wieder f\u00fcr viele \u00fcberraschend war, die Hochwasserlinie lag im Mittelalter niedriger!<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter gings zur Kirche, die vermutlich auf eine Ritterkapelle zur\u00fcck geht. Das ist leicht m\u00f6glich, denn bei Sand gab es einst eine Zollstelle und Zoll durfte im Mittelalter nur von Adligen, z. B. Rittern, kassiert werden. Dies lie\u00df nicht nur die Kinder aufhorchen. Nun zog man zum Steinb\u00fchl, wo der Ritter seinen Wohnsitz gehabt haben k\u00f6nnte, wie es z. B. bei Thumsenreuth oder in N\u00fcrnberg der Fall war. Ein Ansitz an dieser Stelle h\u00e4tte aber vielleicht noch mehr zu kontrollieren gehabt als den Zoll, denn westlich grenzt die einstige Flur &#8222;Grube&#8220; an, deren namengebende Form noch heute zu erkennen ist. &#8222;Grube&#8220; kommt von &#8222;graben&#8220;, aber nach was mag man da gegraben haben ? In einer alten Urkunde wird im mittelalterlichen Amt Zeil ein \u201eDorf am Johannesberg\u201c (vgl. Johannissteig) erw\u00e4hnt, das nur an Abgaben 3 Pfund Silber pro Jahr zu liefern hatte. Stammte jenes Silber nur von Zolleinnahmen ? Ebenso sind \u201edrei Ansitze\u201c in diesem Dorf \u00fcberliefert, womit im Mittelalter auch Rittersitze gemeint sein konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Spaziergang ging nun an der &#8222;Kaasgass&#8220; (heute Nikolausgasse) vorbei und durch die \u201eViehgass\u201c (heute Maingasse) zur letzten Station an einer Infotafel am Altmain. Darauf ist zu lesen, dass der Name &#8222;Sand&#8220; auf den Sandsteinabbau zur\u00fcckgehe, was sich zur Zeit der Tafelaufstellung auff\u00e4llig mit einem damaligen Wikipedia-Eintrag glich. Der Begriff &#8222;Sandstein&#8220; war allerdings im Hochmittelalter noch gar nicht gebr\u00e4uchlich. Wikipedia ist eine gute Sache &#8211; aber eben auch voll von Phantasien. Sand hat seinen Namen schlicht vom Sand im Maintal, den man einst u. a. zum Betrieb der Auenziegelei brauchte, der auch Ziegelanger seinen Namen zu verdanken hat. Das Nebeneinander von Sand und Ziegel bei Orts- und Flurnamen ist im Keuperland geradezu typisch, wie man auch an Sandhof nahe der alten Ziegelei bei Ebern erkennen kann. Dem Wissenshunger folgte nach einer guten Stunde der k\u00f6rperliche Durst, den man abschlie\u00dfend beim Weinbau Lenhard stillte. Christian Lenhard lie\u00df hervorragende Weine kosten, die alle im naturnahen Weinbau hergestellt werden. Das hierf\u00fcr n\u00f6tige Fachwissen konnte man auch in guten Tropfen schmecken. Bei bester Laune klang so ein sch\u00f6ner Nachmittag aus.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die FSB Mark Werner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 07.11.2021 luden die Freien Sander B\u00fcrger zu einem Spaziergang am Altmain ein. Es traf sich eine wetterfeste Gruppe aus Jung und Alt, nicht nur aus FSB-Mitgliedern. 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